Das Online Magazin zum Berliner Nahverkehr mit Online-Archiv

Das Online-Archiv zum Berliner Nahverkehr

Historische  Fahrkarten - Mustersammlung aus der Berliner Verkehrsgeschichte

Einzelfahrausweise 1929 - 1949

Übersicht der verwendeten Fahrschein-Muster

Detailinformationen zu den Tarifen finden Sie unter “Tarifwesen

Die Übersicht der Fahrscheine hat keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit, zu vielseitig ist das Angebot über die Jahre gewesen. Je nach Druckauflage gab es auch feine Unterschiede, etwa der Schriftart der Fahrscheinnummern, leichte Farbabweichungen und Unterschiede in der Papierqualität. Die Übersicht wird künftig weiter ergänzt, noch ist der gesamte Bestand der Fahrkarten der BVS-Autorengruppe nicht digital erfasst. Wenn Sie Ergänzungen oder Korrekturen beitragen möchten, wenden Sie sich an die Redaktion (siehe Impressum).

Die Umsteigefahrscheine zeigen ein Buchstabenfeld a - m. Hier lochte der Schaffner der zweiten Fahrt dem Anfangsbuchstabens seines Nachnamens zugeordneten Kennbuchstaben. Obere Zeile: Kennbuchstaben auf dem Fahrschein, untere Zeile zugeordnete Anfangsbuchstaben des Nachnamens.

a

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A N Z

B O

C P

D Q

E R

F S

G Sch

H St

I J T

K U

L V

M W

 

Bemerkungen zum abgebildeten Fahrschein

Fahrscheinmuster

Bemerkungen zum abgebildeten Fahrschein

Fahrscheinmuster

Tarifperiode ab BVG 15.3.1927

Mit der Gründung der den städtischen Verkehr zusammenfassenden BVG am 1.1.1929 wurden die noch vorhandenen Fahrscheinbestände der vorherigen Gesellschaften aufgebraucht. Daher können auch Fahrscheine der ABOAG oder der Hochbahn noch 1929 verwendet worden sein.

Streifenfahrschein für den Bereich Omnibus (rotes Papier). Jeder Betriebshof verfügte über eigene Fahrscheine mit den bedienten Linien aufgedruckt. Mit Linienänderungen wurden auch die Fahrscheine verändert. Entsprechend vielseitig die Variationen.

UA-1929_Hof_H_vs_B

Hier abgebildet der Streifenfahrschein des Betriebshofes Helmholtzstrasse (Hof H) aus dem Ausgabejahr 1929.

UA-1929_Hof_H_rs_B

Mit Gründung der BVG erfolgte eine Neuausgabe der Fahrscheingebervordrucke. Umsteigefahrschein, Ausgabe aus handbedienten Fahrscheingeber der U-Bahn.

EUU-1929_HG

Umsteigefahrschein wie vorstehend. Ausgabe aus elektrischen Fahrscheingeber

EUU-1929_EG

Umsteigefahrschein wie vorstehend. Abweichende Variation aus handbedienten Fahrscheingeber

EUU-1929_HG1

Umsteigefahrschein wie vorstehend. Abweichende Variation aus elektrischen Fahrscheingeber

EUU-A-1929_EG1

--

 

Umsteigefahrschein wie vorstehend. Weitere Variation aus elektrischen Fahrscheingeber. Je nach Bautyp, Hersteller und Produktionsjahr gibt es Fahrkartengeber mit leichten Variantdrucken

EUU-A-1929_EG2

Umsteigefahrschein (Schüler), handbedienter Fahrscheingeber

ESUU-1929_HG

Umsteigefahrschein (Schüler), elektrischer Fahrscheingeber

ESUU-1929_EG

Umsteigefahrschein zu den Vorortbahnen der DR (Deutschen Reichsbahn, später als S-Bahn bezeichnet), ausgegeben aus elektrisch bedienten Fahrscheingeber

EU-DR-1929_EG

Fahrscheingeber: Druckautomat mit Rollenpapier- Vorlage

Fahrkartenausgabe U-Bahn (BVG, 1935), Links der Fahrscheingeber

Umsteigefahrschein BVG, Ausgegeben bei der U-Bahn (1930).

UU-1930G

Streifenfahrschein Strassenbahn, Betriebhof Müllerstrasse (1929)

US_Mueller-4-1929_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US_Mueller-4-1929_rs_B

Streifenfahrschein Strassenbahn, Betriebhof Nordend (1929)

US_Nordend-4-1929_B
US_Nordend-4-1929_rs_B

Tarifperiode BVG ab 2.7.1930

Umsteigefahrschein wie vorstehend. Abweichende Variation aus handbedienten Fahrscheingeber, lediglich ab dem 2.7.1930 kurzzeitig aufgetreten

EUU-1930_HG2

Mit Tarifwechsel erfolgte eine Neusortierung der farblichen Fahrscheinmarkierungen. Umsteigefahrschein aus handbedientem Fahrscheingeber

EUU-1930_HG

Umsteigefahrschein (U-Bahn / Straßenbahn), elektrischer Fahrscheingeber. Auch hier liegen zahlreiche Variationen vor. Später wurde das Wort “Straßenbahn” auch in die Fahrkartenmitte gerückt, was eine weitere Variation darstellt (untere Abbildung). Auch in Rotdruck (rote Schrift) möglich.

EUU-1930_EG

Umsteigefahrschein zur Straßenbahn, Variation elektrischer Fahrscheingeber mit Rotdruck

EUU-1930_EG1
EUU-1930_G

Schülerfahrschein, handbedienter Fahrscheingeber, die möglichen Variationen sind auch hier groß

ES-1930_G

Handbedienter Fahrscheingeber, Umsteigefahrschein zur Straßenbahn

EUU-1930_HG1
ESU-1930_HG

Schüler - Umsteigefahrschein, handbedienter Fahrscheingeber

EUU-A-1930_HG

Schüler - Umsteigefahrschein, elektrischer Fahrscheingeber

EUU-A-1930_EG

Umsteigefahrschein, ausgegeben auf der U-Bahn, zur Weiterfahrt mit dem BVG- Omnibus

EUU-A-1930_G1

Umsteigefahrschein von der U-Bahn zur Vorortbahn der DR (Deutschen reichsbahn), später als Stadtschnellbahn (S-Bahn) bezeichnet.

EU-DR-1930_G

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof 11 (Lichterfelde) oben 1930, unten  1931

US_Lichterfelde-8-1930_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US_Lichterfelde-8-1930_rs_B
US-1-1931_Hof_11_vs_B
US-1-1931_Hof_11_rs_B

Streifenfahrschein Hof Neukölln 1930

US_Neu-9-1930_B

US_Neu-9-1930_rs_B

Tarifperiode BVG ab 1.9.1931

Einzelfahrt U-Bahn, Ausgabe aus Fahrscheingeber (U-Bahn) 25 Pfennig

EU-9-1931_G

Umsteigefahrschein innerhalb des Bahnnetzes der BVG (etwa 1931, genauere Datierung bitte gerne an die Redaktion), vom Block verkauft

UU-1932B

Umsteigefahrschein U-Bahn zum Omnibus oder Straßenbahn (30 Pfennig), Ausgabe aus Fahrscheingeber (U- Bahn)

EUUA-9-1931_G

Umsteigefahrschein U-Bahn zum Omnibus oder Straßenbahn (Schüler), Ausgabe aus Fahrscheingeber (U- Bahn)

EUUA-9-1931_G1

Tarifperiode BVG ab 31.12.1931

Umsteigefahrschein aus Fahrkartengeber (Rollenautomat, Fahrkarten- Ausgabe U-Bahn) zur Weiterfahrt auf der Straßenbahn (25 Pfennig). Fahrscheine ohne Umsteigeberechtigung gab es seinerzeit nur als Sammelkarte.

Umsteiger zum Autobus (30 Pfennig) wurden dieser Zeit nicht vom Geber verkauft..

EUU-1932_G
U-1931

Schülerfahrschein mit Umsteigeberechtigung auf Straßenbahn oder Omnibus

Für Schüler (15 Pf) gab es in dieser Tarifperiode keine Unterscheidung der Fahrpreise zur Benutzung Omnibus oder elektrische Bahnen. Ausgabe aus Fahrscheingeber (U- Bahn)

ESUU-1932_G

25 Reichspfennig für eine Teilstrecke auf der Linie P (Zehlendorf - Potsdam, Glienicker Brücke) 1932

Linie_P-vs1

 

Linie_P-rs

Fahrschein für Schüler (1932) für eine Fahrt auf der Autobuslinie P  mit anschl. Umsteigeberechtigung lt. Tarif (siehe Rückseite)

S_Linie_P_1932-vs

Rückseite mit den Umsteigebestimmungen. Umsteigen nur auf Linien, die eine Umsteigebeziehung herstellen. Das bedeutet, etwa 100 Meter zu einer benachbarten Straßenkreuzung laufen um dort eine andere  Linie zu benutzen, war nicht möglich.

S_Linie_P_1932-rs

Tarifperiode BVG ab 1.9.1933

Hinweis an das Schaffnerpersonal 1933: Lochung der Fahrscheine bei Aussetzfahrten

Bei den Aussetzfahrten zu den Betriebshöfen ist in Zukunft, um einwandfreie Feststellungen bei Antritt der zweiten Fahrt machen zu können, stets noch das in der linken Ecke des Fahrscheines stark umrahmte “E” zu lochen. Durch diese Lochung soll dem Fahrgast die Möglichkeit gegeben werden, von dem aussetzenden Wagen auf einen nachfolgenden, aber noch in Betrieb verbleibenden Wagen derselben Linie übersteigen zu können.

 

 

 

 

Fahrschein Sondertarif 1933 zu 30 Reichspfennig  nach Pankow, Schildow, Summt, Pichelsdorf oder zur Olympia-Radrennbahn

EA_Sondertarif_1933-vs

Rückseite

EA_Sondertarif_1933-rs

Teilstreckenfahrschein, erkennbar am roten Doppelstreifen (hier in der Abbildung für 3 Bahnhöfe), ausgegeben aus elektrischen Geber (U- Bahn). 10 Pfennig

ETST3-U-1933_EG1

Teilstreckenfahrschein (wie vorstehend), jedoch aus handbedienten Geber (U- Bahn ausgegeben. 10 Pfennig

ETST3-U-1933_HG

Umsteigefahrschein Bahnen (blauer Streifen und Buchstabenleiste a - m), ausgegeben im Bereich der U- Bahn (handbedienter Geberautomat) 25 Pfennig

EUU-1933_HG

Umsteigefahrschein zum Autobus oder Straßenbahn (roter Streifen und Buchstabenleiste zum Entwerten der Anschlußfahrt), Ausgegeben im Bereich der U-Bahn (handbedienter Geberautomat) 30 Pf.

EUUA-1933_HG

Umsteigefahrschein zur Weiterfahrt mit den Vorortzügen der Reichsbahn (S-Bahn). Ausgegeben im Bereich der U-Bahn aus handbed. Geberautomat. 60 Pfennig

EU-DR-1933_HG

Teilstreckenfahrschein (U-Bahn) vom Block. Zangenentwertung “Z” (Bahnhof Zoologischer Garten).

T3_U-1933_B

Einzelfahrschein für eine Fahrt im Streckennetz der U-Bahn, Abverkauf von der Rolle

EU-1930_R

Einzelfahrschein für eine Fahrt auf der U-Bahn, Abverkauf vom Fahrscheingber

EU-1930_G

Zur Einführung der Teilstreckenfahrscheine wurden zunächst die alten Papiervordrucke aufgebraucht. So entstand eine Vielzahl von Variationen. Hier drei Variationen der handbedienten Fahrscheingeber (Ausgabebereich U-Bahn)

ETST3-1933_HG

Zur Einführung der Teilstreckenfahrscheine wurden zunächst die alten Papiervordrucke aufgebraucht. So entstand eine Vielzahl von Variationen. Hier drei Variationen der elektrischen Fahrscheingeber (Ausgabebereich U-Bahn)

ETST3-1933_EG
ETST3-1933_HG2
ETST3-1933_EG1
ETST3-1933_HG1
ETST3-1933_EG2

Vermutung: Die Fahrscheine mussten bei Verlassen der Verkehrsanlage abgegeben werden. Bestand der Fahrgast auf die Aushändigung des Fahrscheines, etwa zur Nachweisführung oder Abrechnung, wurde diese mit dem Stempel “Zurück” gekennzeichnet

ETST3-1933_HG3

 

 

Beschreibung der Fahrscheingeber von Hänel & Schwarz hier

Entwertung (1934) Geberfahrschein

Einzelfahrschein Autobus (1934), Ausgabe durch den Schaffner für den sofortigen Fahrtantritt, 30 Pfennig

EA-8-1934B

Rückseite Einzelfahrschein Autobus (1934)

rs_EA-8-1934B

Zuschlag Autobus zum Fahrschein zu 25 Pfennig um auf den höheren Fahrpreis für den Bus  (30 Pfennig) zu erwerben.

EA-1934_Zuschlag_Autobus_B

 Teilstreckenfahrschein Autobus zu 15 Pfennig

TSTA_15Pf-8-1934_vs_B

Rückseite Teilstrecke Autobus (1934)

TSTA_15Pf-8-1934_rs_B

Teilstreckenfahrschein Autobus (6/1935) zu 20 Pfennig. Auf den Linien  A17, A26, A27, A34, A40 und A42 betrugen die Fahrpreise  für die gesamte Strecke 30 Pfennig  (Schüler 15 Pfennig). Wählbar waren auf diesen Linien Teilstrecken zu 20 und 15 Pfennig. 

TSTA-20Pf_6-1935_vs_B

Rückseite Teilstrecke Autobus (1935)

Maße: 7,5 cm x 4,5 cm

TSTA-20Pf_6-1935_rs_B

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Steglitz 1934

US-10-1934_Hof_Stgl_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US-10-1934_Hof_Stgl_rs_B

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Spandau 1934

US-7-1934_Hof_Spd_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US-7-1934_Hof_Spd_rs_B

“Streifenfahrschein” (1934, Vorderseite, Betriebshof Treptow) für den Bereich Omnibus. Die Fahrscheine für den Ausgabebereich Omnibus waren auf rotem Papier gerdruckt, die der Straßenbahn auf ungefärbten Papier.

UA-1934_B_vs

(Rückseite): Jeder Betriebshof verfügte über eigene Streifenfahrscheine, je nachdem welche Linien vom Hof aus bedient wurden. Hier ein Fahrschein aus dem Jahr 1934 vom Betriebshof Treptow (T). Mit jeder Linienänderung (teilweise monatlich) wurden die Streifenfahrscheine neu gestaltet. Diese Fahrscheinart wurde bei der BVG 15 Jahre lang verwendet, entsprechend vielseitig die Variationen.

UA-1934_B_rs

Streifenfahrschein von der Strassenbahn (1/1935, Betriebshof Lichtenberg) mit Kurzstreckenmarkierung für jede einzelne Linie des Betriebshofes.

US-1-1935_Hof_Li_B

Umseitig die Aufführung jeder Linie, auf der dieser Fahrschein ausgegeben werden konnte mit Beschreibung der möglichen Kurzstreckenabschnitte. (15,6 x 5,2 cm)

US-1-1935_Hof_Li_rs_B

Streifenfahrschein” (8/1935, Betriebshof Lichtenberg) für den Bereich Straßenbahn. Die Fahrscheine für den Ausgabebereich Straßenbahn wurden auf ungefärbten Papier gedruckt.

US-1935_Hof_Li_B

Streifenfahrschein” (Rückseite) für den Bereich Straßenbahn, Betriebshof Lichtenberg. (8/1935). Jeder Betriebshof verfügte über eigene Fahrscheine. Dieser Fahrschein hat im Original die Maße 15,5 x 5 cm.

US-1935_Hof_Li_B_rs

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Niederschönhausen 1934

US-5-1935_Hof_Nie_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US-5-1935_Hof_Nie_rs_B
Entwertung (1934) Streifenfahrschein

Einzelfahrschein Strassenbahn (oben 1935, unten 1936). Zur Vereinfachung der Schaffner-Abfertigung wurden die Fahrscheine für mehrere Tarife verwendbar gestaltet. Diese 10-Pfennig-Fahrscheine wurden als Teilstreckenfahrschein verwendet und berechtigten zur Fahrt auf der ganzen Linienlänge bei Vorlage der Monats- oder der Arbeitslosengrundkarte sowie zur Beförderung von Hund oder Gepäckstücken. Entsprechend der Lochung wurden sie gültig.

TSTS-Ar-Mgr-3-1935B

Die Rückseiten der Karten sind nahezu identisch, lediglich der Zeilenumbruch variiert (Text inhaltlich identisch).

rs_TSTS-Ar-Mgr-9-1936B
TSTS-Ar-Mgr-9-1936B
Entwertung (1934) Teilstreckenfahrschein

Einzelfahrschein Straßenbahn mit Umsteigeberechtigung zur Reichsbahn (S-Bahn, Nahzone) 3/1935

E_Strab_Ue_RB_1935-vs

Rückseite des Fahrscheins vom Block verkauft. 12,5x6,5 cm Rückseitig abgebildet der Gültigkeitsbereich bei der S-Bahn (Nahzone)

E_Strab_Ue_RB_1935-rs
Vorschau_Befoerd_bed_1936

Abbildung links: Beförderungsbedingungen zur Nutzung der Berliner U-Bahn im Stand des Jahres 1936 (Download per Klick in das Bild). Abrufbar im BVS-Online-Archiv unter der Signatur F_022).

Die Beförderungsbedingungen regeln die Feinheiten im Tarifwesen: Wann ist ein Fahrtausweis zu erwerben und welche Ansprüche bestehen zur Erfüllung des Vertrages. Welche Verhaltensregeln hat der Fahrgast zu beachten und wie zeigt er einen Tarifübertritt (bspw. mit einem Kurzstreckenfahrschein zu weit gefahren) rechtzeitig an.

Nutzungsregeln, etwa das Beförderungsverbot von Luftballons in Raucherabteilen oder die komplizierten Mitnahmeregeln für Gepäckstücke  mussten strengstens beachtet werden.

Ob ein durchschnittlicher Fahrgast im Dämmerlicht der damals schwachen Beleuchtung in den Tunnelstationen diese umfassenden Regeln tatsächlich gelesen hat, kann nur vermutet werden.

Beförderungsbestimmungen gibt es auch heute noch, die mit dem Erwerb einer Fahrkarte anerkannt werden und sind Bestand des Vertrages zwischen Beförderungskunde (Fahrgast) und Beförderungsauftraggeber (Verkehrsverbund). 

BVG-Schaffner: AEG Fahrscheindrucker Hof 5 TempelhofNoch im Sommer 1929 wurden einzelne Fahrscheindrucker für den Schaffner ausgegeben, die die Abfertigung erleichtern sollte. Auf dem Betriebshof Tempelhof wurde ein AEG-Fahrscheindrucker eingesetzt, auf dem Betriebshof Helmholtzstraße ein Gerät der Firma Hänel & Schwarz (Typ XII 001).

Zunächst im Ausflugsverkehr angewendet, verwendete man nach guten Erfahrungen diesen auch im Stadtlinienverkehr ein.

Rechts oben die beiden Muster (Normaltarif und Schülerfahrschein) “Drucker Hähnel&Schwarz”.  Abb. unten rechts: “AEG-Fahrscheindrucker”

Dazu auch zwei kurze Erklärungen zu beiden Fahrscheindruckern im BVS- Textarchiv unter den Nummern  F_014 und F_015

 

<- Abbildung links: AEG-Fahrscheindrucker (1930)

Literaturempfehlung: Berliner Verkehrsblätter, Heft 3/1974 Seiten 34-37 “Versuche mit Fahrscheindruckern”

EA_Handdruckerfahrschein-1929
U-1930_AEG-Drucker

 

Entwertung (1934) Übergang S-Bahn

Tarifperiode ab 1.10.1937

Teilstreckenfahrschein (1940), handbedienter Fahrscheingeber der Untergrundbahn, oben 3-Teilstrecken, unten 5 Teilstrecken. Tarifbestimmungen dazu siehe unter Tarifwesen

ETST3-1940_HG

Umsteigefahrschein von der U-Bahn zur Weiterfahrt auf der Straßenbahn (1940). Ausgabe vom handbedienten Fahrscheingeber der U-Bahn

EUU-1940_HG
ETST5-1940_HG

 

 

Zuschlagfahrschein für den Omnibus. Aufgrund von Sparmaßnahmen in der Druckproduktion wurde auf die rote Einfärbung des Papiers für Fahrscheine im Ausgabebereich Omnibus verzichtet (1941). Die Rückseite blieb unverändert

EA-1941_Zuschlag_B

Schülerfahrschein (1940), handbedienter Fahrscheingeber, Variante 1939 - 8/1944

ES-1940_HG

Etwa 1941 erfolgten vereinzelte Versuche mit neuen Fahrscheingebern, die eine weitere Variation darstellten.

ES-1941_G

Etwa 1941 erfolgten vereinzelte Versuche mit neuen Fahrscheingebern, die eine weitere Variation darstellten.

EUU-1941_G
ETST3-1941_G
EUU-1941_G1

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Steglitz 1941

US-8-1941_Hof_Stgl_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US-8-1941_Hof_Stgl_rs_B

Streifenfahrschein der Strassenbahn mit Umsteigebrechtigung (12/1941), Betriebshof Charlottenburg

US-12-1941_Hof_Char_vs_B

 Umseitig die Linien auf denen der Fahrschein ausgegeben wurde mit dem aktuellen Linienverlauf. Über den Linien die kurzen Tarifbestimmungen zur Benutzung dieses Fahrscheines.

US-12-1941_Hof_Char_rs_B

Dienstfahrschein (1939) vom Block in den Abmaßen: 12x6,8cm. Anwendung in allen Verkehrsmitteln:  Stempelfeld für die Stanzzange der U-Bahn (telegrafische Kurzbezeichnung der Station) sowie der Lochzangenfelder für die Verwendung bei der Straßenbahn oder dem Autobus (Rückseite). 

DFS-1939_vs_B

Das Umsteigen war einmalig erlaubt, daher die komplizierte Entwertungsvorlage mit Richtungsangabe und dadurch erforderliche Größe des Fahrscheins.

Eine Kunst des Schaffners zur Abfertigung zügig die richtigen Felder zu entwerten.

DFS-1939_rs_B

 Tarifperiode ab BVG 1.2.1942

Einzelfahrschein Straßenbahn mit Umsteigeberechtigung zur Reichsbahn (S-Bahn, Nahzone) 5/1942

E_Strab_Ue_RB_1942-vs

Rückseite des Fahrscheins vom Block verkauft. 11x6 cm Rückseitig abgebildet der Gültigkeitsbereich bei der S-Bahn (Nahzone)

E_Strab_Ue_RB_1942-rs

Berechtigt zur Einzelfahrt im Autobus ohne Umsteigen (1943)

EA-9-1943B

Teilstreckenfahrschein (1942). Die Schaffner konnten die betreffende Teilstrecke einreissen, was die Abfertigung beschleunigte und Papierkosten sparte (dünneres Papier verwendet).

Abb. unten: Bahnhofszangenabdruck “AH”. Dieser Fahrschein wurde bspw. auf den Vorortlinien verwendet (Teilstreckenfahrschein).

TST_15Pf-1942_B

Zuschlag- Fahrschein ( 5 Reichspfennig) 1943

bspw. zum Übersteigen mit einem Bahnfahrschein auf den Autobus.

EA-1943_Zuschlag_B
T-1942_B

Berechtigt zur Einzelfahrt (1942) bei Vorlage einer Monatsgrundkarte. Ohne Monatsgrundkarte wurde dieser Fahrschein als Teilstreckenfahrschein ausgegeben. Variationen in Größe und Text- Zeilenumbruch möglich.

TSTS-Ar-Mgr-5-1942B

Die kriegsbedingten Einsparungen am Papier zwangen die BVG dazu, die Fahrausweise einfacher zu gestalten. Zur Vereinfachung bei der Abfertigung bei schwacher Wagenbeleuchtung wurde bei Einzelfahrausweisen nur noch durch das Einreissen entwertet. Hier ein 10-Pf. Fahrschein bei Vorlage einer Monats- Grundkarte

EA_MG-5-1943_B

Schülerfahrschein (1942) Betriebshof Schöneberg

S-1942_Schoen_B

Die dazugehörige Rückseite (1942) des vereinfachten Umsteigefahrscheines.

US-1942_Hof_U_B_rs

Kriegsbedingt musste am Papier gespart werden, das Papier wurde dünner und aus den langen Streifenfahrscheinen wurden deutlich kürzere Tickets. Die Lochung bei Umsteigefahrscheinen wurde vereinfacht. Hier ein Umsteigefahrschein (1942)

US-1942_Hof_U_B_vs

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Charlottenburg 1943

US-5-1943_Hof_Char_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen

US-5-1943_Hof_Char_rs_B

Bei der Straßenbahn wurden je Betriebshof eigene Fahrscheine herausgegeben, die das Linienangebot des Betriebshofes abzeichneten. Hier vom Betriebshof Steglitz 1943

US-7-1943_Hof_Stgl_vs_B

Entwertet wurde durch Lochung der Linienabschnitte mit Uhrzeit und Datum. Umseitig der Linienverlauf und die Bestimmungen.

Je nach Fahrscheingröße variiert der Zeilenumbruch des Textes auf der Rückseite

US-7-1943_Hof_Stgl_rs_B

Umsteigefahrschein Straßenbahn Betriebshof Schöneberg (10/1943)

U-10-1943_Hof_Sbg_B

Schülerfahrschein (1943), Betriebshof Treptow

S-1943_Hof_T_B_vs

Umsteigefahrschein (1943) Betriebshof Usedomer Straße

Unzählige Variationen sind hier möglich

S-1943_Hof_U_B_vs

Tarifperiode  BVG 18.5.1945

Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Papierversorgung im August 1946 wurden von der Druckerei Fasbender GmbH Berlin gelagerte Fahrscheinbestände der Vorkriegsproduktion für die Verkehrsbetriebe Gießen, Breslau, Beuthen, Kassel, Ulm, Wismar und Gera, die nicht zur Auslieferung gelangten, der BVG zur Verwendung angeboten. Diese Fahrscheine wurden von der BVG etwa ein halbes Jahr (Mitte 1947) verwendet. Aufgrund der noch sehr einfachen Tarifgestaltung wurden diese “Fremdfahrscheine” nur als Fahrgeldmarke (= Beleg für den entrichteten Fahrpreis) benutzt. Ein Entwerten der Zustiegshaltestelle war nicht erforderlich.

Mit der Betriebsaufnahme nach Kriegsende wurde zunächst der vereinfachte Geradeaustarif angewendet. Ein fahrschein berechtigte, unabhängig vom Aufdruck, zur einfachen Fahrt. Wird das Fahrzeug gewechselt (Ausnahme Streckenunterbrechungen), ist ein neuer Fahrschein zu erwerben. Angewendet wurden die noch vorhandenen Fahrscheinbestände, unabhängig vom Aufdruck. Die Variationen sind hierbei sehr groß, eine kleine Auswahl hier.

E-1945_G1

Anfangs wurde noch der Tag aufgestempelt, später zur Vereinfachung nur noch Tag und Zeit jeweils 00.

Es kamen jegliche Restbestände zur Anwendung. Fahrkarten dieser Zeit sind heute nur noch an der 00-Stellung erkennbar.

Nach Aufbrauch der BVG-eigenen Restbestände wurde nicht abgeholte Bestände anderer Verkehrsunternehmen der Fasbender-Druckerei verwendet.

E-1945_G4
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Ab 1948 (Währungsumstellung) ausgegeben für den Bereich West

EU-1948W_G

Schülerfahrschein für Westgeld (1948) ausgegeben.

ES-1948W_G

Einfache Fahrt U-Bahn (1946). Wegen des Mangels an Kleingeldmünzen wurden diese Fahrscheine nur im 10er und 20er  Block an die Fahrgäste abgegeben (2 bzw. 4 RM)

EU-1945_B

 

 

Einfache Fahrt (1946)

E-1949_B

Dienstfahrschein (1946): Firmen und Behörden konnten Fahrausweise im Vorverkauf erwerben, die an die Mitarbeiter für Dienstfahrten verwendet wurden. Normalfahrausweise waren nicht im Vorverkauf erwerblich.

DF-1948_B

Einfache Fahrt mit der Straßenbahn oder Autobus und Übergang zur S-Bahn (Deutsche Reichsbahn) 1948

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Rückseite Übergangsfahrschein (1948) . Sehr vereinfachter Fahrschein.

UeFs_BVG-DR_1948-rs

Tarifperiode BVG ab 1.6.1949 (Währungsumstellung)

Dienstfahrschein mit Umsteigeberechtigung, vermutlich 1949

DU-U-1949_B

Für die Einfachfahrscheine wurden weiterhin die bis 1944 verwendeten Teilstreckenfahrscheine ausgegeben. Sie berechtigen zur einfachen Fahrt mit der U-Bahn, unabhängig vom begrenzten Aufdruck. Hier die Ausgabe U-Bahn aus Fahrscheingeber.

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Umsteigefahrschein U-Bahn, ausgegeben im Westsektor (Westmark) aus Fahrscheingeber

U-1949W_G

Umsteigefahrschein U-Bahn, ausgegeben im Ostsektor (Ostmark) aus Fahrscheingeber

U-1949O_G

Schülerfahrschein, Westsektor (Westmark) aus Fahrscheingeber der U-Bahn

S-1949W_G

Schülerfahrschein, Ostsektor (Ostmark) aus Fahrscheingeber der U-Bahn

S-1949O_G

Fahrscheingeber für Rollenfahrscheine

Fahrscheingeber einer U-Bahn Fahrkartenausgabe (heute im Berliner U- Bahn Museum, Bahnhof Olympiastadion).

 

 

 

 

Zur Darstellung der Fahrscheine haben wir auf die Kennzeichnung der Herkunft der einzelnen Fahrscheine (Angabe der Privatsammlung) verzichtet. Dank an Markus Jurziczek von Lisone, Detlef Jentzsch,  Tepedag und Eggert für die Bereitstellung der Sammlung.

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