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U-Bahn Berlin

behelfsmässiger Hilfsgerätezug 1192, 1193, 1195

Wagennummer

Umbau

Bemerkungen

1192II

1973 aus Wagentyp B2 Nummer 115 gebildet,

Westnetz, bis 1983, Werkstatt Hermannplatz Bw Hpo

1193II

1973 aus Wagentyp B2 Nummer 132 gebildet

Westnetz, bis 1983

1194I

1973 aus Wagen 366  (1971 bis 1973 als  1196II bezeichnet)

Westnetz, bis 1975 dann gegen Wagen 300 getauscht

Den Betriebswerkstätten sind die Fahrzeuge zugeordnet, entsprechend haben diese den Wagenbedarf für die Linien zu stellen. So oblag es der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde seit 1930, die Fahrzeuge für die Strecken D und E zu stellen. Hier kamen die Fahrzeugtypen C zum Einsatz, die aufgrund der max. Zugbildungslänge nur in voller Zuglänge auf den dafür gebauten Strecken D und E (heute Linien 8 und 5) fahren konnten (Bahnsteiglänge 110 Meter). Die Linie C (heute U6) war damals nur für den Einsatz der B-Züge vorgesehen, die Hallen der Betriebswerkstatt Seestraße sind für die volle Zuglänge eines C-Zuges nicht ausgelegt. Da die Sowjets 120 Wagen des Typs C aus der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde beschlagnahmten (Reparationsleistung), standen nun keine C-Züge mehr für den Betrieb auf der Strecke E zur Verfügung. Mit der Trennung der BVG nach Ost und West (1949) entfiel die Werkstattleistung für die Strecke D (heute Linie 8) durch die Bw Fi.

Typ_B_2_Tw_1193_Hpo_Gl_9_März_1977

Die einzige Großprofilwerkstatt für das Westnetz war nun an der Strecke C gelegen, wo auch der Hgz stationiert war . Für etwaige Probleme auf der Strecke D viel zu weit entfernt. Eine Verbindung zwischen Seestraße und Gesundbrunnen über Osloer Straße gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Wagen der U-Bahnlinie 8 (vorher als Linie D und davor als Gesundbrunnen/Neukölln-Bahn -GN-Bahn- bezeichnet), müssen bis heute über andere Linienstrecken fahren, um eine Werkstatt zu erreichen.

B2 Tw 1193 ex.132 Kehre Pl 01.07.1978 Foto Detlef Jentzsch

Daher entschied man sich, die bereits zwischen 1927 und 1930 (Zeitraum zwischen Inbetriebnahme des ersten GN -Bahnabschnitts und der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde) in Betrieb befindliche Behelfswerkstatt in der weitläufigen Abstellanlage Hermannplatz in Betrieb zu nehmen. Kleine Reparaturen konnten hier nun durchgeführt werden. Dazu wurde ca. 1950 der Gerätewagen 1107 von der Betriebswerkstatt Seestraße zum Hermannplatz (oben) entsandt. Es folgte der erste Hgz aus der Bauart B1 von 1969 - 1971, der dann durch diesen behelfsmäßigen Gerätezug 1192,1196 und 1193 ersetzt wurde. Eine typische Arbeitszuglackierung erhielt der Zug nie, auch technisch wurde der Wagenzug nicht sonderlich bearbeitet (andere Hgz erhielten Inneneinbauten, Fenster und Türen wurden verblecht um Regalwände für die Werkzeuge und Hilfsgeräte  zu installieren). Die Einsatzgeschwindigkeit lag aufgrund der fehlenden magnetischen Fahrsperre bei nur 15 km/h. Dieser Zug war eigentlich mehr ein Aufenthalts- und Werkstattwagen.

B2 Bw 1194 Bw Br Halle 27.05.1978 Foto Detlef Jentzsch

Wagen 1194 diente noch von 1975 bis zum Baubeginn der Erweiterung dieser Betriebswerkstatt (1983) als Materiallager

Mit der Eröffnung der Betriebswerkstatt Britz (1971) entspannte sich die Situation schon merklich. Die Zuführungswege zur nächsten Werkstatt waren nun deutlich kürzer. Die behelfsmäßige Werkstatt Hermannplatz konnte nun aufgelöst werden. Ab 1975 stand in der neuen Betriebswerkstatt Britz auch ein eigener Hilfsgerätezug zur Verfügung, der die Arbeit auf den U-Bahnlinie 7 und 8 übernahm. Der Hgz Hpo wurde nun nicht mehr benötigt, die Wagen 1193 und 1195 stehen in verschiedenen Kehranlagen bis 1983 abgestellt. Wagen 1194 wird bis 1983 in der Bw Br als Materialwagen verwendet.

L B2 Tw 1192 ex115 Ri Kehre 12.04.1978 Foto Detlef Jentzsch

Verbleib der Wagen:

1192 (ex 115) wurde an die Niederlassung Daimler Benz verkauft und wurde als Warteraum mit Bistro im Verkaufsgebäude am Salzufer (Tiergarten) verwendet. Nach Umbau der dortigen Ausstellungshalle stand der Wagen verpackt auf dem Benz- Betriebsgelände Marienfelde. Es folgte ein Verkauf an die Eisenbahnfreunde in Rheinsberg.

1193 (ex 132) wurde 1983 verschrottet, 1/3 des Wagens mit der Zugfront wurde zerlegt und im Europa Center als Kassenhäuschen für ein 180°-Kino aufgebaut. 2006 wurde der Gebäudetrakt abgerissen, Mitglieder der Berliner Unterwelten e.V. bauten die Zugfront 1193 ab und transportierten die Front in das Unterweltenmuseum des Vereins im U- Bahnhof Gesundbrunnen.

1194II  (ex 366) wurde 1993 verschrottet.

Quellen:

  • Archivunterlagen Redaktion Berliner Verkehrsseiten (Listen, Bilder)
  • Berliner Verkehrsblätter (1/1973, 4/1973)
  • Berliner Verkehrsblätter (6/1973) “Arbeitswagen der Berliner U-Bahn” von Kramer / Fischer
  • Die Fahrzeuge der Berliner U-Bahn Typ B, Andreas Biedl, ISBN 3-933254-56-6
  • Hinweise und Anmerkungen des freien Autorenkollektives Berliner Verkehrsseiten (D. Jentzsch)

Text und Zusammenstellung: Markus Jurziczek von Lisone, 3/2010

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