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Häufig erreichen uns Anfragen zur S21 Berlin: Wo soll die verlaufen? Was ist von dieser vorhanden? Wann ist sie fertig? Nun, alle Fragen werden wir nicht beantworten
können, aber versuchen wir mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen .... Zunächst möchten wir auf einen bestehenden Artikel von Michael Braun verweisen, der die Thematik schon ausführlich behandelt
---> Kartenübersicht im Dokumentenbereich (Nummern 39 bis 41) ---> Planfeststellungsbeschluß S21-Nord vom 17.2.2005 (PDF) (detaillierte Beschreibung des Bauvorhabens) |
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Die Demarkationslinie zwischen den Berliner Westsektoren (amerikanisch, britisch und französisch) und dem Ostsektor (sowjetisch) durchzog direkt den Potsdamer Platz, entsprechend wurden am 13. August 1961 auch hier die Grenzanlagen (“Berliner Mauer” oder “Antifaschistischer Schutzwall” genannt) auf dem Potsdamer Platz errichtet. Der S-Bahnhof Potsdamer Platz befand sich dadurch direkt unter dem Grenzstreifen und war daher bis 1990 für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Züge aus dem Westberliner S-Bahnnetz (Nordsüdbahn) durchfuhren den Bahnhof ohne Halt. Die Aufnahme aus dem Jahr 1968 zeigt den Blick vom heutigen DB-Tower auf den Leipziger Platz, rechts führen die Grenzanlagen entlang der Stresemannstraße. Die vermauerten Ausgänge zum S-Bahnhof liegen teilweise auf Ostberliner Gebiet vor den Grenzanlagen, ein Ausgang auf Westberliner Gebiet. |
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Nach Kriegsende galt es in Berlin zunächst das Netz wieder herzustellen, für neue Strecken war kein Geld vorhanden. Mit der Teilung Berlins 1948 fiel die Nordsüd- Querung der
Ringbahnzüge in Vergessenheit, die Sektorengrenze durchschnitt die N/S-Bahn sowie die neue Planungslinie. Die oberirdischen Bahnhöfe (Ring- und Wannseebahnhof) nach Kriegsende aufgrund der Zerstörungen aufgegeben, entwickelten
sich zu Brachland inmitten der Stadt, bis zum Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989. Mit der Eröffnung des Eisenbahn- Tiergartentunnels im Mai 2006 halten nach 60 Jahren wieder Züge aus dem fernen Umland am Potsdamer Platz
Erst mit der Wiedervereinigung und einheitlichen Verkehrsplanung tauchte diese Verkehrsplanung wieder auf: Anfang der 90er nannte sich der Arbeitstitel für die neue Stadtplanung “Das Neue Berlin”. Die Planungslinie “Ringbahn” aus den 30er Jahren erhielt den Planungstitel S-21 (für den Betrieb mit den in Berlin bekannten Gleichstrom- Triebwagen) und verband wie schon vor 70 Jahren den Süd- und Nordring unter Querung eines neuen Fernbahnhofes (Berlin-Hauptbahnhof).
Am Potsdamer Platz wurden 1999 die südlich des S-Bahnhofes gelegenen Tunnelröhren um einige Meter Richtung Landwehrkanal,
unterhalb des später darauf errichtetem Bürogebäude unter dem auch die Spittelmarktlinie verläuft, verlängert und die Trasse Richtung Gleisdreieck freigehalten. Auch nutzt diese Planungslinie S21 die bereits ausgeführten
Bauvorleistungen im N/S S-Bahntunnel am Potsdamer Platz aus den 30er Jahren. Einzig was man von der S-Bahn Linie 21 in Berlin sehen kann sind die beiden Bauwerke am Nordring, ein Verteilergeschoß (Übergang) am Hauptbahnhof (östlich
der U5). Unter dem Gebäude des Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof wurden u.a. Fundamente und Schlitzwände für die S21 vorgeleistet, im Bereich der Querung mit der Invalidenstraße und der B
96 wurden abgedeckte Baugruben hergestellt. Das Planfeststellungsverfahren für die S 21 ist auf Antrag der DB AG vom Eisenbahnbundesamt (EBA) durchgeführt und mit dem am 17. Februar 2005 erfolgten und am 18. März 2005
veröffentlichten Planfeststellungsbeschluss beendet worden. Somit besteht nun Baurecht für die S21-Nord als Gleichstrombahn |
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Planung S21 “Das neue Berlin” 1995, grün = S21 |
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Gleis 3 S-Bahnhof Potsdamer Platz: Hier würden die Züge vom Südring in den Bahnhof einfahren. Das Gleis endet stumpf an einem Gleisabschluß, dahinter führen noch etwa 70 Meter Richtung Gleisdreieck. |
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Gleis 2 S-Bahnhof Potsdamer Platz: Hier würde eine Weiche den Fahrweg auf die Rampe zur Ausfahrt zum Südring freigeben. |
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Wann die S21 als Gleichstrombahn gänzlich fertiggestellt werden kann, ist aus heutiger Sicht völlig offen, Baubeginn für den Nordabschnitt ist für 2007 vorgesehen, die
Finanzierung mit GVFG Bundesmitteln und die Fertigstellung bis 2009 geplant. Für den Mittel- und Südabschnitt gibt es noch keinen Fertigstellungstermin. Der Nordabschnitt (Nordring - Hauptbahnhof) soll schon etwa 2009
befahren werden, die restlichen Teil (Hauptbahnhof - Südring) sind völlig offen (2030 und später). Zur aktuellen Diskussion (2006) steht hier der Betrieb mit Wechselstromtriebzügen auf den vorhandenen Fernbahngleisen (Oberleitung)
oder der Bau der Gleichstrom S-Bahn (seitliche Stromschiene), dessen eigene Trasse mit den dazugehörigen Tunnelabschnitten erst noch teuer gebaut werden müssen.
Die Tunnelröhren am Potsdamer Platz Die südlichen Bauvorleistungen am S-Bahnhof Potsdamer Platz werden wohl auch 100 Jahre nach ihrer
Erstellung noch keinen Betrieb erfahren. Auch lässt der errechnete Verkehrswert zweifeln, schliesslich bildet die N/S-Bahn nun schon seit 1939 eine Querung der Innenstadt mit Anbindung an die Stadtbahn, und seit Mai 2006 besteht
auch durch den benachbarten Tiergartentunnel ein gutes Verkehrsangebot für den ÖPNV-Benutzer durch den Regionalverkehr, der auch mit dem normalen VBB-Ticket Gültigkeit hat. So ist die S21 (Gleichstrom) evtl. völlig in Frage zu
stellen, da die geringe Verkehrsaufgabe auch im vorhandenen Fernbahntunnel durch S-Bahnen mit Oberleitung als S-Bahnlinie 21 abgewickelt werden könnte. Die nördlichen Bauvorleistungen im Bahnhof Potsdamer Platz werden zum
Abstellen von Zügen verwendet, die südlichen haben keine Funktion, das Bahnhofsgleis 13 ist dadurch leider ein Stumpfgleis (=Bockgleis).
Die südliche Tunnelausfahrt am Hafenplatz Zwischen Potsdamer Platz und
Gleisdreieck ist die Trassenfreihaltung gut zu sehen. Die Gebäude zwischen der Gabriele-Tergit-Prommenade und der Köthener Straße weisen eine auffällige Geländeerhebung zwischen den Bauten auf, die auf die unter den
Häusern verlaufende Spittelmarktlinie der U-Bahn und der Freihaltung der Trasse für die Ringbahnzüge (S21) verweist. Das Parkhaus neben der U-Bahntrasse (Spittelmarktlinie) zwischen den U-Bahnhöfen Gleisdreieck und
Mendelssohn-Bartholdy-Park ist bereits für die Aufnahme der S-Bahntrasse in der oberen Etage statisch vorbereitet. Unter Nutzung der alten Bahntrasse des Potsdamer Bahnhofes (Backsteinviadukte sind noch in der
Schöneberger Straße erkennbar) führt die S21 im Süden direkt unter den Hochbahnhof Gleisdreieck der Berliner U-Bahn, wo eine Umsteigemöglichkeit errichtet werden soll. Weiter folgt eine sichtbare Trassenfreihaltung der S21 Richtung
Yorckstraße (Lichterfelder Vorortbahn) und Großgörschenstrasse (Wannseebahn). Die beiden Stationen werden in diesem Zuge auch erneuert. Die Google-Luftbilder ermöglichen eine Betrachtung Am Südring wurden keine Bauvorleistungen für die Einfädelung vollbracht (nur planungstechnisch berücksichtigt). Die alte Cheruskerkurve (Abzweig von der Wannseebahn östlich am Schöneberger Gasometer vorbei zum Südring (Bahnhof Südkreuz/Ring) gilt als Trasse und wird seit der Betriebseinstellung 1944 freigehalten für die heutige Planung (derzeitige Nutzung als Grünanlage). Der Name “Cheruskerkurve” für diese Verbindung von der Wannseebahn zum Südring ist der parallele verlaufenden Cheruskerstraße entliehen. Die Google-Luftbilder ermöglichen eine Betrachtung: Google-Earth-Pfad zur Cheruskerkurve (rechts neben dem Gasometer als Grünstreifen erkennnbar) |
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Am nördlichem Ende des S-Bahnhofes Potsdamer Platz führen die Innengleise gerade zu den Streckengleisen zum Nordring, die Streckengleise der N/S-Bahn verlaufen aussen. .. |
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Die beiden Streckengleise werden derzeit als Abstellgleise benutzt. |
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Die Streckengleise der Ringbahnzüge verlaufen steil nach oben über die Gleise der Nordsüdbahn und enden am Brandenburger Tor. Hier können die Gleise zum Hauptbahnhof verlängert werden und verlassen die gemeinsame Streckenführung (übereinander) mit der N/S-S-Bahn. |
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Zwischen der bereits gebauten Tunnelabzweigung der S21 am Bahnhof Potsdamer Platz und der geplanten Tunnelausfahrt am Hafenplatz wurden Gebäude auf der Trasse errichtet, die die Tunnelstrecke der Spittelmarktlinie (U-Bahn) und den hier in diesem Bereich noch nicht errichtete Tunnel der S21 überdecken. Zwischen den Häusern ist die Freihaltung an der Überhöhung des Geländes erkennbar. |
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Neben der Tunnelrampe der Spittelmarktlinie (rechts) ist der verwilderte Geländestreifen für die Tunnelausfahrt der Ringbahnzüge (S21) freigehalten. |
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Die noch vermauerte Tunnelausfahrt der S21, oben über dem Tunnelportal der S- und U-Bahn führt bereits heute eine Fußgängerüberführung über beide Bahntrassen hinüber. |
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Neben dem Hochbahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park der Spittelmarktlinie (U2) führt die Trasse der Ringbahnzüge (S21) über den Landwehrkanal auf der Trasse der damaligen Gleise des Potsdamer Bahnhofes (Brückenfundamente am Landwehrkanal noch erkennbar) durch das Parkhaus (Standort des Fotografen auf dem Oberdeck des 4-stöckigen Gebäudes) zum Hochbahnhof Gleisdreieck (Kreuzung der Spittelmarktlinie (U2) mit der Stammlinie (U1) der Berliner U-Bahn). |
Blick über das Parkhaus (Standort des Fotografen auf dem Oberdeck des 4-stöckigen Gebäudes) zum Hochbahnhof Gleisdreieck (Kreuzung der Spittelmarktlinie (U2) mit der Stammlinie (U1) der Berliner U-Bahn) wo ein Umsteigebahnhof zur Ringbahn (S21) auf der Trasse der einstigen Potsdamer Bahn (Brückenviaduckte noch erkennbar) unter dem Freibahnsteig der Stammlinie vorgesehen ist. |
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Ein fester Taktfahrplan ist bedingt der Trassenbelegung durch den Fernverkehr nicht garantiert. Auch dies ist der Grund, wieso sich Berlin für ein unabhängiges und leistungsfähiges
Stadtschnellbahnnetz (S-Bahn mit eigenem Streckennetz) entschieden hat. Alles hat also sein Für und Wider, anbetracht der Kosteneinsparung und geringen Verkehrsaufgabe sind die Mehrkosten jedoch entsprechend zu bewerten. Autor: M. Jurziczek 6/2006 |
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