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Eine Museumssammlung sollte sich zum Ziel setzen, späteren Generationen die technische und gesellschaftliche Entwicklung aufzuzeigen. Die Fahrzeuge können über Stadtentwicklung erzählen, häufig
sind sie auch sehr eng mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung verbunden. Museumsarbeit ist grundsätzlich Arbeit an der Geschichte unserer selbst. Die Bewahrung der Geschichte, die Vermittlung des Geschichtswissen
dient zum Verständnis der Zukunft. Es sei an dieser Stelle allen Helfern und guten Geistern von der Die Redaktion der Berliner Verkehrsseiten (BVS) |
In der Zeitschrift Berliner Verkehrsblätter (Ausgabe Juni 1993) erschien ein Artikel zur Auflösung der Britzer Fahrzeugsammlung. Der Aufsatz gibt die damalige Unschlüssigkeit zur Fahrzeugauswahl wieder, sowie die noch heute bestehende Kritik zur Verteilung der einst geschlossenen Sammlung. Harald Tschirner:
BVG-Fahrzeugsammlung in Britz wird aufgelöst ( BVB 6/93, Seite 124/125) Die BVG hatte in der ehemaligen Straßenbahn-Werkstatthalle des heutigen Omnibus-Betriebshofes Britz seit
1968 eine beachtliche Sammlung von historischen Fahrzeugen aller ihrer Verkehrsmittel untergebracht. Sie konnte allerdings wegen der örtlichen Verhältnisse nur sehr selten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Diese Sammlung hatte
allerdings den Vorteil, mit der Auswahl der Fahrzeuge einen sehr guten und ziemlich umfassenden Überblick über die Geschichte zu geben. Da lediglich im - ebenfalls ungewöhnlich gut mit echten historischen Fahrzeugen bestückten -
Bereich Omnibus noch Zugänge zu verzeichnen waren, war hier eine durchaus homogene und in sich geschlossene Sammlung entstanden, wie es sie nur wenige gibt. |
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1. Ein großer Teil der Fahrzeuge wird zu einer im Bereich des Anhalter Güterbahnhofs hergerichteten Ausstellungshalle des MVT gebracht. Dort sollen sie austellungsgerecht aufgestellt werden. Da die Halle jedoch nicht direkt mit dem MVT verbunden ist, steht noch nicht fest, wie die Fahrzeuge dort der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich sein werden. Ein kleiner Teil dieser Fahrzeuge soll in einem Wagenkorso am 20. Juni 1993 (nicht am 19.6.1993 wie in BVB 5/93, S. 105 mitgeteilt wurde) durch das Brandenburger Tor zur Ausstellungshalle des MVT an der Monumentenstraße gebracht werden. |
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Was bedeutet dies nun für die Sammlung? Bei der Straßenbahn sollen beide, als einzige nach 1945 von der BVG in Berlin-West, beschaffte Neubaufahrzeuge abgestoßen werden. Offensichtlich
ist man der Meinung, sie hätten das Berliner Stadtbild nicht genügend geprägt, um als Museumsstücke fungieren zu können. Sie stellen jedoch eine bestimmte Entwicklungsstufe in der Berliner Straßenbahngeschichte dar und zumindest
ein Zug sollte daher erhalten bleiben. Immerhin war bereits die Beschaffung von 40 Zügen dieses Typs vorgesehen, die jedoch zugunsten von Bussen nicht erfolgte. Diese Großraumwagen befinden sich heute im Zustand, wie sie 1967 aus
dem Betrieb kamen und sie haben nur wenig Umbauten über sich ergehen lassen müssen. So stellen sie sich in der Urform der Großraumwagen mit Schaffnersitz hinten und Fahrgastfluß dar.
In der U-Bahn-Fahrzeugsammlung sollen beim MVT nur noch folgende Fahrzeuge zu sehen sein: Kleinprofil-A1-Bw 559, Baujahr 1908, Falkenried, Holzaufbau Großprofil-B1-Tw 35, Baujahr 1924, MAN, Tunneleule
Großprofil-B1-Bw 233, Baujahr 1925/26, Busch Großprofil-C-Tw 1352, Baujahr 1929/30, 1957 ex C2 603 Dies kann man nun wohl nicht mehr als repräsentativen Querschnitt bezeichnen! Zwar sind von allen anderen U-Bahn-Typen noch
Fahrzeuge erhalten: Sie befinden sich an verschiedenen Stellen betriebsfähig und -unfähig im U-Bahnnetz. Dort sind sie jedoch im Allgemeinen nicht zugänglich und auch Sonderfahrten finden nur selten statt. |
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Alles in allem kann die gefundene Lösung nur als Skandal empfunden werden, der einer Hauptstadt nicht würdig ist. Die Art und Weise, wie hier mit wertvollen Zeitzeugen, die jahrelang
gepflegt wurden, umgegangen werden soll, ist haarsträubend. Nicht zu entschuldigen sind ein unqualifizierter Verkauf oder gar die Verschrottung historisch wertvoller Fahrzeuge. Bei den verbleibenden Nahverkehrsfahrzeugen stellt
sich Frage, ob sie wirklich in einer ehemaligen Eisenbahnhalle, fernab ihres früheren Wirkungsbereiches, aufgestellt werden müssen? Hier hätte sich die moderne und geräumige Halle des ehemaligen Straßenbahnhofs Charlottenburg,
Königin-Elisabeth-Straße, der heute nur als Lagerplatz benutzt wird, angeboten. Unter der Obhut des MVT hätte hier eine Nahverkehrssammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden können, die Vergleiche mit den genannten
Beispielstädten nicht scheuen bräuchte. Ein Austausch von Fahrzeugen mit dem Straßenbahnnetz wäre hier wesentlich einfacher abzuwickeln gewesen. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die im
Ostteil Berlins befindlichen Fahrzeuge des Denkmalpflegevereins, die unter der Rechtsträgerschaft des Märkischen Mueums stehen, hiervon nicht betroffen sind. Letzte Meldung:
Aufgrund vieler Proteste soll ein Großraum-Straßenbahnzug erhalten bleiben (lt. Tagesspiegel 9.5.93). Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors hier veröffentlicht. 3/2005 |
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