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Gasbetrieben oder elektrische Energie?
Für die Umrüstung einzelner Gasleuchten in historischen Stadtvierteln wurden im Jahr 2005 in der Daberkowstrasse (Spandau, Weinmeisterhöhe) fünf verschiedene elektrische Leuchtsätze in die vormaligen Gasleuchten eingebaut. Prototypen für die zukünftigen, wenigen Umrüstungen in der Stadt. Der Unmut der Anwohner ist am Mast zu lesen. Mittlerweile sind diese wieder auf Gasbetrieb umgebaut worden. |
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Stets baut sich Protest nicht nur der betroffenen Anwohner auf. Aber es gibt auch Gegner der Gaslaternen, sowie Berliner die eine Gaslaterne nicht von einer elektrischen Unterscheiden können. Bisher scheute man eine große Umrüstaktion aus Gründen der hohen Kosten. Die Gaslicht Initiative Berlin bemüht sich seit etwa 25 Jahren um den Erhalt der Gasbeleuchtung. Begründet von
Albrecht Schwarz, trifft sich noch heute ein Kreis aus Designern, Ingenieuren, Kunsthistorikern und Freunden des Berliner Stadtbilds. Mittlerweile wurde die Initiative in einen Verein überführt, der versucht die Interessen bei
Medien und Politik vorzutragen. Ortlerweg, Giesendorf (Lichterfelde). Vorne Hängeleuchten mit Gaslicht, hinten das gelbe elektrische Licht.
Zur Umrüstung müssten die Gasrohre jeder einzelnen Lampe zur Hauptleitung gekappt werden, die alten Masten gezogen und neue eingesetzt werden. Da in den westlichen Stadtteilen ganze zusammenhängende Strassenzüge,
Stadtviertel mit Gaslaternen ausgestattet sind, müsste nahezu alle Strassen, zumeist die engen Wohnstrassen aufgerissen werden, da die überwiegenden Hauptstrassen bereits in den 60er und 70er Jahren “entgast” wurden.
Die Kosten hierfür belasten die Stadtkasse um einiges mehr als die Beibehaltung. Nur in den historischen Stadtvierteln ist die Stadt bereit, der Gaslaterne nachempfundene Bauformen (extra dafür entwickelte elektrische
Birnen, die dem Brenner der Gaslaterne sehr nahe kommen) einzusetzen. Die Kosten für eine elektrische Umrüstung aller Gaslaternen, also unter Beibehaltung der Bauformen, kommt nicht für alle Strassen in Betracht.
Zudem ist das goldene Licht, das leise Rauschen der Laternen und unkoordinierte Anschalten der Laternen ist durch elektrische Energie nicht ersetzbar. Das Licht ist goldfarben und angenehm, die Strassen erscheinen warm
und nicht kalt erleuchtet, die Laternen sind auch am Tage schön anzusehen, und nicht so anonym und gesichtslos wie moderne Laternen, die keinerlei regionale Identität zeigen (mit Ausnahme der Leuchten in historischen
Stadtvierteln). Ein Rauschen der Gaslaternen begleitet Spaziergänge in der Dunkelheit. Die Gaslaterne findet sich nicht in ausgewählten historischen Stadtteilen, sondern zieht sich durch Innenstadtbereiche wie Kreuzberg, dichte
Wohnbebauung in Tempelhof oder aufgelockerter bis hin ländlichen Stadtteilen wie Steglitz, Reinickendorf, Spandau oder Zehlendorf. Ein Umbau wäre äusserst kostenintensiv, die Einsparung (3,75 Mio Euro/Jahr) der
höheren Wartungskosten für die Gaslaternen steht nicht im Verhältnis zu den enormen Umbaukosten (ca. 100 Mio Euro). Dass sich die Kosten selbst nach 100 Jahren amortisieren, darf bezweifelt werden.
Mit der Umrüstung würden die verschiedenen Formen der Gasleuchten verschwinden, und die platten, identitätslosen modernen Laternen das Stadtleben erleuchten. Nicht nur, dass hier auch Arbeitsplätze aus dem
Wartungsbereich frei werden, auch geht ein Stück Berliner Identität aus dem Stadtbild verloren. Viele Berliner sind entrüstet, nachdem die Pläne in den Medien vorgestellt wurden. Der derzeitige Senat
allerdings zieht seine Pläne gegen den Willen vieler Bürger durch, wie schon bei vielen anderen Beispielen in der Vergangenheit gezeigt. Bürgerbeteiligung ist nicht erwünscht. Wenn es gelingt, die Gasbeleuchtung in den
Nebenstrassen von Berlin zum technischen Denkmal und als erhaltenswert zu erachten, wäre eine langfristige Sicherung dieser Beleuchtungsart möglich. Der Denkmalschutz muss zur Zielsetzung der Initiativen werden. Zur Diskussion rund um Gaslicht oder elektrische Energie empfehle ich das Diskussionsforum (Linkliste)
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Verfasser: M. Jurziczek at 8/2005, überarbeitet 9/2007 |